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Handlungsempfehlung Jungwildrettung Frühjahr 2022

05. 05. 2022

Information des Landesjagdverbands Rheinland Pfalz e. V.


Autor: Christoph HILDEBRANDT, Leiter Landesjagdschule, Wildmeister und Akademischer Jagdwirt

 

  • Terminfindung im Frühjahr/Mitte Februar mit allen Beteiligen, welche mähen oder mulchen. Welche Protagonisten können mithelfen: Rentner, Schüler, Studenten, Interessierte. Im Gemeindeblättchen und Lokalpresse frühzeitig Information zur Aktion und Aufruf zur Mithilfe: Klärung Aufgabenverteilung inkl. Kontaktliste.
  • Finanzierung der Drohne durch Spenden oder aus Mitteln der Jagdgenossenschaftskassen. Die mähenden Landwirte stehen als erstes in der Verantwortung und sollten federführend fungieren/organisieren. Sie wissen auch am ehesten, wann gemäht wird und können die Terminierung daher sehr gut organisieren.
  • Drohnenteams anmelden auf https://www.deutsche-wildtierrettung.de/.
  • Notwendigkeit zur Mahd der Fläche von Innen nach Außen ist ab einer Schlaggröße von 1 ha nicht verhandelbar und muss durchgeführt werden. (siehe NRW Landesnaturschutzgesetz NRW §4 Abs. 1).
  • Jäger und eingewiesene Helfer müssen im Vorfeld der Mahd regelmäßig auf den zu mähenden Flächen nach Ricken Ausschau halten.
  • Landwirte und Lohnunternehmer müssen die Helfer 2-3 Tage vor der Mahd informieren.
  • Absuchen zu Fuß oder mit Hunden ist aufgrund des Feindvermeidungsverhaltens von Jungwild nicht zielführend.
  • Beteiligte suchen Flächen 2 Tage vor der Mahd morgens und abends mit WB-Drohne ab. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, Jungwild bereits vor der Mahd zu finden und zu retten.
  • Akustikpiepser am Mähwerk montieren und einschalten!
  • 2 Tage vor der Mahd Flatter- und Akustikscheuchen aufstellen.
  • Am Vorabend der Mahd in der Mitte einmal anmähen. Dies veranlasst die Ricke aufgrund des Störfaktors die Kitze aus der Fläche zu holen. (Achtung: In den frühsten Morgenstunden mit dem Befliegen starten und mit der Mahd beginnen, die Wärmebildkamera funktioniert nicht mehr bei aktiver Sonneneinstrahlung.
  • Material vorbereiten und Helfer einweisen: Brotkisten mit Beschriftung Adresse/Telefonnummer/Grund („Kitzrettung“), Fluchtstäbe, Knisternde blaue Müllsäcke inkl. Halterung, Hammer, Eisenstange zum Vorbohren der Löcher für die Wildscheuchen, ausreichend aufgeladene Akkus (Minimum 8 Stück pro Drohne), Akustikpiepser, Landematte für die Drohne.
  • Jungwild nicht mit Händen anfassen. Wenn die Notwendigkeit besteht, das Jungwild anzufassen, dies immer mit Handschuhen und Grasbüschel zur Vermeidung von Geruchsübertragung tun.
  • Zeitliche Fixierung der Kitze nicht länger als 3 Stunden, daher müssen die Flächen, in welche Kitze gefunden wurden als Erstes gemäht werden.

 

Beim Drohneneinsatz sind folgende Punkte zu beachten:

  • Pilotenschein zwingend notwendig
  • ID-Nr. des Piloten/Vereins an der Drohne
  • Versicherung
  • Beim Piloten steht ein Koordinator
  • Entlang der Wiese stehen alle 80m ein Helfer mit Brotkiste und Fluchtstab, welche schnell in die Wiese gehen können, um Kitze an Ort und Stelle zu fixieren.
  • Koordinator ist per Funk oder Handy mit den Helfern am Rand des Weges verbunden und steuert diese möglichst leise (am besten über Kopfhörer) zum gefundenen Jungwild

 

Sollte Jungwild bereits groß sein und vor den Helfern flüchten, muss gewährleistet werden, dass diese aus der kompletten Fläche gescheucht werden und nicht vor der Mahd in die Fläche zurücklaufen. Eventuell mit einem großen Kescher fangen und unter Kiste fixieren.

Zu beachten: bei allen Maßnahmen ist vorab der Jagdpächter in Kenntnis zu setzen.

Christoph HILDEBRANDT, Leiter Landesjagdschule, Wildmeister und Akademischer Jagdwirt

 

Bild zur Meldung: Logo LJV Rheinland Pfalz